Ist Swappen das neue Shoppen?

Dieser Frage sollte gestern Nachmittag nachgegangen werden. Die Event Reihe Swap in the City lud alle Tauschwütigen Hamburgerinnen zum ersten Swap Treffen in den Hühnerposten. Gekommen waren viele. So viele, dass sich eine meterlange Schlange vor der Eingangstür bildete. Dort wartete  ich auch brav und in freudiger Erwartung auf die Dinge, die da kommen sollten. Im Nachhinein wäre es deutlich spaßiger gewesen den Tag gemütlich sitzend am Elbstrand zu verbringen, aber das ahnte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht.

Der Begriff Swapping, für diejenigen dem dies neu ist,  ist schnell erklärt. Swappen bedeutet tauschen. Sprich, die  Teilnehmerinnen eines solchen Events bringen eigene alte oder neue Kleidungsstücke mit und tauschen diese dann mit anderen Teilnehmerinnen. In der Theorie klingt das ganz großartig. So ist es doch Shoppen ohne Geld auszugeben quasi.  Allerdings liegen zwischen der Vorstellung und der Realität ja oftmals Welten. So ist Mode nicht gleich Mode, schön nicht gleich schön und trendy nicht…wie auch immer. Somit entspricht Swapping eher einer Partie Russisch Roulette als einem entspannten Kleidertauschen. Der Einsatz ist hoch in jedem Fall. Man setzt ein und hat im schlechtesten Falle alles verloren.

Ich kann wohl nur von Glück sprechen, dass meine mitgebrachten Teile nicht alle den strengen Selektionsprozess zu Anfang überstanden haben. Nach welchen Kriterien dieser jedoch von statten ging, blieb mir schleierhaft. Während meine ungetragene Paillettenleggings abgelehnt wurde entdeckte ich später wirklich süße Schaf-Shirts und farblich interessante, man kann auch verwaschene sagen, Blusen. So sehr ich mich auch bemühte, immerhin war alles umsonst, konnte ich mich für keines der übriggebliebenen Kleidungsstücke entscheiden. Wo wir bei der nächsten Problematik eines Swap Events wären. Den Frauen. Frauen neigen zur Hysterie. Jedenfalls in Extremsituationen. Shoppen und das umsonst zählt definitiv zu einem dieser Ereignisse. Um blauen Flecken und Gezerre um die schönsten Teile aus dem Weg zu gehen beobachtete ich die ersten Minuten nach Beginn der Swapzeit aus sicherer Entfernung. Ganz klar mein Fehler. Denn als ich kurz danach selbst in die Area vorstieß erwartete mich eine Schar an halbleeren Kleiderstangen und schwingenden Kleiderbügeln an denen vielleicht mal etwas Schönes gehangen hatte. Der übriggebliebene Rest nach dem Überfall der „Fashionheuschrecken“  war selbst geschenkt noch zu teuer.

So ging ich mit leeren Händen und allen meinen Swaptalern nach Hause. Als kleiner Trost bleibt mir nur eine andere Frau mit meinen Sachen glücklich gemacht zu haben. Nehmen wir also die Erkenntnis mit, dass swappen nicht das neue shoppen und alte Kleidung besser auf dem Flohmarkt aufgehoben ist. Manches ist halt zu schön um wahr zu sein.

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